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Die lange Pannenliste der Flugbereitschaft

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Dass Regierungsflieger not- oder zwischenlanden müssen oder gar nicht erst abheben können, kommt immer wieder vor – wie jetzt beim Flug von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum G-20-Gipfel nach Buenos Aires.

Bundeskanzlerin Angela Merkel besteigt die “Konrad Adenauer”-Maschine

Die höchsten Mitglieder der Regierung – so wie Bundeskanzlerin Angela Merkel – fliegen mit der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums. Diese Flugbereitschaft ist ein militärischer Verband der Luftwaffe und transportiert neben Soldaten und Material auch hochrangige Politiker. Zur Flugbereitschaft gehören aktuell 13 Flugzeuge, darunter zwei Airbus A340, die als “Regierungsflieger” vor allem für Langstreckenflüge genutzt werden. Sie tragen die Namen “Theodor Heuss” und “Konrad Adenauer” – letzterer sollte Merkel eigentlich nach Argentinien fliegen, musste aber wegen eines Defekts umkehren. Neben den Flugzeugen gehören auch drei Hubschrauber zur Flugbereitschaft. 

Die Flugbereitschaft hat alle Airbus-Maschinen gebraucht aus Beständen der Bundeswehr übernommen. Die Jets gelten als neuwertig, sind in der Anschaffung aber günstiger. Sie wurden für ihre neue Aufgabe generalüberholt und speziell umgebaut. Außerdem seien alle Flugzeuge bestens gewartet, betonen die Verantwortlichen immer wieder – dann sei das Alter auch kein problematischer Faktor. Trotzdem kommt es immer wieder zu Problemen.

Der Airbus A340 “Konrad Adeanuer” bei seiner Taufe Ende März 2011

Was passiert im Fall einer Panne?

Die verschiedenen Maschinen der Flugbereitschaft sollen sicherstellen, dass es im Pannenfall Ersatz gibt. Für Merkel habe die “Theodor Heuss” als Reserve in Berlin bereit gestanden, sagte ein Sprecher der Luftwaffe. Nach dem Start der “Konrad Adenauer” sei die Maschine nach Köln zurückgeflogen, dem Hauptstandort der Luftwaffe. Nach der Panne mit der “Konrad Adenauer” konnte die Ersatzmaschine aber nicht genutzt werden, weil es nicht möglich war, so kurzfristig eine neue Crew aufzutreiben. Deshalb übernachtete Merkel in einem Bonner Hotel und flog am Freitagmorgen zunächst mit einer anderen Maschine der Flugbereitschaft nach Madrid und anschließend mit einem Linienflug der spanischen Fluggesellschaft Iberia nach Buenos Aires.

Welche Pannen hat es in der Vergangenheit gegeben?

Einige. Die Liste der Pannen bei der Flugbereitschaft ist lang. Hier eine Auswahl:

Oktober 2018

Nagetiere hindern Finanzminister Olaf Scholz (SPD) vorübergehend an der Rückreise von einer Tagung des Internationalen Währungsfonds auf Bali. Ratten hatten sich Zugang zur Regierungsmaschine “Konrad Adenauer” verschafft und wichtige Kabel angenagt. Scholz reist per Linienflug mit Zwischenstopps in Hongkong und Zürich zurück.

22 Stunden dauert die Rückreise per Linienflug für Bundesfinanzminister Olaf Scholz

Juni 2018

Wegen eines Hydraulikschadens an der “Konrad Adenauer” verzögert sich die Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Ende Juni nach Weißrussland. Steinmeier muss umsteigen – allerdings steht dieses Mal eine Ersatzmaschine bereit. Verzögerung: 90 Minuten..

Februar 2017

Ihre Reise nach Litauen will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) demonstrativ mit dem neuen Transportflieger der Bundeswehr, dem A400 M, bestreiten. Beim Hinflug geht auch alles gut – nur zurück will die Maschine nicht mehr. Diagnose: Triebwerkschaden. Die Verteidigungsministerin fliegt stattdessen mit einer Transall zurück.

Mai 2016

Als der A340 mit dem damaligen Außenminister Steinmeier (SPD) gerade abheben will, hören die Passagiere einen lauten Knall: Ein Reifen war geplatzt. Die Maschine muss eine Vollbremsung hinlegen und kann erst drei Stunden später nach Afrika aufbrechen.

Hatte schon des Öfteren Pech mit Regierungsmaschinen: Frank-Walter Steinmeier

Oktober 2015

Zunächst einmal gar nicht starten kann die Bundeskanzlerin bei ihrer geplanten Reise nach Indien Anfang Oktober 2015. Eigentlich soll einer der beiden Regierungsflieger die Kanzlerin und ihre Entourage nach Asien bringen. Doch technische Probleme verhindern ein Abheben vom Boden. Ersatz wird aber schnell gefunden: Statt im komfortablen Flieger werden Angela Merkel und Co. im Truppentransporter “Kurt Schumacher” befördert, der sonst Bundeswehrsoldaten transportiert.

Der Truppentransporter befördert dieses Mal die Kanzlerin und ihre Delegation

Juli 2010

Feueralarm bei dem damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auf dem Weg nach Asien: Bei einem Tankstopp in Kiew muss die Challenger-Maschine wegen eines qualmenden Fahrwerks geräumt werden. Guttenberg übernachtet in Kiew und fliegt anschließend mit einer aus Deutschland eingeflogenen Ersatzmaschine weiter.

In Kiew macht die Challenger-Maschine von Karl-Theodor zu Guttenberg schlapp

März 2009

Die Kanzlerin kommt zu spät zum EU-Gipfel in Brüssel: Wegen eines technischen Defekts muss ihr Challenger-Jet in Hannover notlanden. Der Grund: ein überhitztes Triebwerk. Merkel steigt in ein anderes Flugzeug des gleichen Typs um.

Mai 2006

Schock für Steinmeier: Auf dem Weg zum EU-Lateinamerika-Gipfel in Wien zeigt die Maschine des damaligen Außenministers einen drohenden Druckabfall an. Der Pilot muss die österreichische Hauptstadt im Sinkflug ansteuern.

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