Politik

Müllers Afrikareise wird zum Pannen-Witz

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Erst war nur das Ventil kaputt. Jetzt ist komplett die Luft raus. Mensch, Müller …

Gäbe es die Sendung „Pleiten, Pech und Pannen“ noch, wären Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und sein Pannen-Flieger (Bombardier Global 5000) ganz heiße Kandidaten für den „goldenen Pechvogel“.

Müller und sein Pechvogel strandeten in Sambia – trotz Reparatur! Der Minister muss seinen Aufenthalt ein weiteres Mal verlängern. Die Afrikareise ist ein Pannen-Debakel, Müller ziemlich sauer: „Diese Kette von technischen Problemen muss jetzt gründlich aufgearbeitet werden.“

Freitagmorgen flog die Maschine von Malawis Hauptstadt Lilongwe nach Sambia. Geplant war, dass sie dort den Entwicklungsminister aufnimmt und ihn zurück nach Deutschland bringt. Die „Global 5000“ kam zwar bis Ndola (Sambia), doch da gab es schon den nächsten Defekt und sie musste am Boden bleiben.

Offenbar hat nach der dritten Panne jetzt auch Minister Müller den Glauben an seine Global 5000 verloren. Ein erneuter „sehr gravierender Defekt an der Maschine schließt einen Rückflug nach Deutschland aus“, erklärte er. Seine Delegation werde den Rückflug nach Deutschland mit einer Linienmaschinen antreten. „Wir helfen uns jetzt selbst und fliegen mit afrikanischen Linien zurück“, sagte Müller.

Das Pannen-Protokoll

Die Panne ist deshalb so peinlich, weil es vorher schon zwei gab.

▶︎ Seit Montag hing der vor sieben Jahren angeschaffte Flieger in Malawi fest, schuld war ein defektes Ventil. Der Minister musste deshalb mit einer Linien-Maschine weiter nach Sambia fliegen. Ein zusätzlich geplanter Besuch in Namibia wurde ganz gestrichen, er soll später nachgeholt werden.

▶︎ Dann gab es auch noch Probleme bei der Reparatur: Eine aus Deutschland eingeflogene Mechanikercrew traf zwar am Mittwoch in Lilongwe ein, doch das nötige Ersatzteil hing in Johannesburg (Südafrika) fest und kam erst am Donnerstag an. Es war noch am Montag aus Deutschland losgeschickt worden.

Besonders bitter: Bis kurz vor Abflug am Freitag lief alles planmäßig. Als die Global 5000 von Ndola aus nach Deutschland starten wollte, kam gräulicher Rauch aus einem der Triebwerke, meldet die Nachrichtenagentur „epd“. Ein Fehler im System wurde angezeigt, sagte ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin.

Minister Müller versprach der Regierung in der Hauptstadt Lilongwe Entwicklungshilfe in Millionenhöhe – aber die deutsche Delegation konnte das Land nicht aus eigener Kraft verlassen.

  • Panne bei Regierungsflieger

    Minister Müller (CSU) muss in Afrika bleiben

    Die Posse um Minister Müllers Pannen-Flieger nimmt kein Ende! Ein Ersatzteil verspätet sich und Müller muss länger in Afrika bleiben!

Chronik der defekten Regierungsflieger

Entwicklungsminister Müller ist nicht der erste Politiker, der Pannen-Probleme mit einer Regierungsmaschine hat.

Vor allem die „Konrad Adenauer“ hatte 2018 mehrmals für Aufsehen gesorgt! Die traurige Pannen-Chronik des Jahres:

▶︎ Hydraulikschaden im Juni: Der A340 „Konrad Adenauer“ streikte im Sommer das erste Mal. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier musste in einen Ersatzflieger nach Minsk umsteigen.

▶︎ Im Oktober strandeten Bundesfinanzminister Olaf Scholz und seine Delegation auf der indonesischen Insel Bali, weil Elektrokabel der „Konrad Adenauer“ von Nagetieren heimgesucht worden waren. Das Finanzministerium buchte den Chef samt Sprecher, Staatssekretären und Leibwächtern auf einen Linienflug um.

Scholz flog jedoch allein zurück, ließ die Delegation sitzen. Das „Nager-Gate“ machte Schlagzeilen.

▶︎ Den Bundespräsidenten traf es im November. Diesmal außer Gefecht: Die „Theodor Heuss“, der zweite große Airbus der Flugbereitschaft. Beide werden vor allem vom Staatsoberhaupt und der Regierungschefin genutzt. Bei seiner Afrikareise hatte Frank-Walter Steinmeier in Botswana Probleme mit dem Hilfstriebwerk des Airbus A 340 „Theodor Heuss“. Die Turbinen mussten mit einem Ersatzaggregat aus Südafrika gestartet werden.

  • Delegation musste auf Bali warten

    Nach Flugzeug-Panne lässt Scholz seine Leute sitzen

    Der Regierungsflieger von Finanzminister Scholz fiel auf Bali aus. Scholz flog allein zurück – die Delegation ließ er sitzen.

▶︎ Ende November folgte dann die Panne, die wohl weltweit für traurige Berühmtheit deutscher Regierungsflugzeuge sorgte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (64, CDU) war auf dem Weg zum G20-Gipfel nach Buenos Aires. Plötzlich streikte die Verteilerbox, dann die Funkanlage. Flugabbruch!

Dann scheiterte auch noch das Ablassen des Sprits und so landete der vollbetankte A 340 mit einem nicht ungefährlichen Manöver auf dem Flughafen Köln/Bonn.

Die Kanzlerin kam als einzige Regierungschefin zu spät zum Gipfel; sie verpasste das traditionelle Familienfoto und wichtige Gespräche.

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