Politik

Müssen wir bei Paris-Reisen bald dreimal Zeit umstellen?

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Steuert Europa auf ein Zeitzonen-Wirrwarr zu, wenn die Umstellung von Sommer- und Winterzeit abgeschafft wird?

In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren europaweit um eine Stunde zurückgestellt. Letztmals, wenn es nach dem Willen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker („die Zeitumstellung gehört abgeschafft“) und der Mehrheit der Bundesbürger geht.

Doch die Tücke liegt wie immer im Detail: Jedes Land soll selbst entscheiden, ob dauerhaft die Sommer- oder Winterzeit (Normalzeit) eingeführt werden soll.

So droht Europa zu einem Flickenteppich der Zeitzonen zu werden. Die Zeitzonen-Grenze könnte künftig sogar durch zusammengewachsene Orte dies- und jenseits der Grenze zwischen Nordirland und Irland gehen …

In Brüssel wollen Experten nun das drohende Chaos verhindern: Der Europaparlamentarier Peter Liese (53, CDU) fordert von den 27 verbleibenden Mitgliedsstaaten ein „koordinertes Vorgehen“, damit Reisen durch Europa mit dem Zug oder mit dem Auto nicht zum Zeit-Verwirrspiel werden, das uns gehörig auf den Zeiger ginge.

▶︎ Der umweltpolitische Sprecher der EVP-Fraktion zu BILD: „Es kann nicht sein, dass man zum Beispiel bei einer Fahrt von Norddeutschland über die Niederlande und Belgien nach Frankreich dreimal die Uhr umstellen müsste.“

Wie von BILD bereits berichtet, gehen die Vorstellungen der Mitgliedstaaten tatsächlich weit auseinander: Während z. B. unsere Nachbarn Dänemark und die Niederlande zu einer dauerhaften Winterzeit tendieren, liebäugelt Polen mit ewiger Sommerzeit.

Griechenland will die Zeitumstellung am liebsten gar nicht abschaffen, 16 EU-Staaten zweifeln nach Recherchen des Online-Magazins „Politico“, ob die Neu-Regelung tatsächlich schon 2019 in Kraft treten sollte. Skeptiker verweisen auf die lange Vorlaufzeit, mit der etwa Zug- und Flugpläne erstellt und international abgestimmt werden müssen.

  • Wirbel um Juncker-Plan

    Aus für Zeitumstellung wackelt plötzlich wieder

    Junckers Plan, das Umstellen von Sommer und Winterzeit schon 2019 auslaufen zu lassen, stößt in 16 Mitgliedsstaaten auf Skepsis.

Nur noch jeder sechste Deutsche für Zeitumstellung

Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Krankenkasse halten nur noch 17 Prozent der Deutschen die Zeitumstellung für sinnvoll; vergangenes Jahr waren es noch 25 Prozent. Aber: Sie erwarten mehrheitlich (68 Prozent) auch, dass sich nun alle EU-Länder auf eine gemeinsame Zeit einigen, bevorzugt auf die deutsche Sommerzeit (später, dafür länger hell).

Das könnte ein böses Erwachen geben, denn die Sonnenauf- und Untergangszeiten variieren nun einmal quer durch Europa: Schon jetzt gibt es drei Zeitzonen, eine einheitliche Regelung gilt unter Experten als äußerst unwahrscheinlich.

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