Politik

Saudis sacken Applaus und Milliarden-Deals ein

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Inmitten der Affäre um den Tod des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi hat Saudi-Arabien Geschäfte mit Investoren in Höhe von mehr als 50 Milliarden Dollar gemacht.

▶︎ Auf einer am Dienstag von zahlreichen Größen aus Politik und Wirtschaft boykottierten Konferenz in Riad wurden Verträge in den Bereichen Öl, Gas und Verkehr unter Dach und Fach gebracht, wie Regierungsvertreter mitteilten.

Ausgerechnet Kronprinz Mohammed bin Salman (33) erntete Beifall von den Anwesenden, als er den Veranstaltungssaal betrat. Und das, obwohl der Thronfolger erst am Wochenende eingestanden hatte, dass der kritische Journalist – nach Saudi-Angaben bei einer Schlägerei – im saudischen Konsulat in Istanbul zu Tode gekommen war.

In Wirklichkeit soll Khashoggi von mehreren saudischen Geheimdienst-Mitarbeitern verhört, gefoltert und schließlich brutal ermordet und zerstückelt worden sein.

Doch im TV darf sich der mutmaßliche Strippenzieher feiern lassen: Fernsehbilder des Senders Al-Ekhbariya zeigten, wie sich die Gäste am Dienstag erhoben, als der Thronfolger den Raum betrat. Und nicht nur das: Die Saudis schlossen bei einem der weltweit größten Wirtschaftstreffen gleich Milliardengeschäfte ab!

Laut dem saudischen Staatsfernsehen wurden unter anderem Deals mit Südkoreas Autobauer Hyundai, dem amerikanischen Ölfeldausrüster Schlumberger sowie dem französischen Ölkonzern Total unter Dach und Fach gebracht. Allein der saudische Energie-Riese Aramco soll 15 Abkommen im Wert von mehr als 30 Milliarden Dollar (rund 26 Milliarden Euro) abschließen.

  • Mohammed bin Salman

    So eiskalt lief das Treffen mit Khashoggis Sohn

    Diese Bilder sind zum Schaudern! Saudi-Arabien verbreitet Fotos, auf denen Kronprinz Mohammed bin Salman Khashoggis Sohn kondoliert.

Bereits im April hatte bin Salman in Paris einen Teil der nun in Riad abgeschlossenen Geschäfte eingefädelt. Er traf Vorabsprachen mit Total und anderen französischen Firmen über geplante Abkommen im Volumen von zwölf Milliarden Dollar. Die Investorenkonferenz ist eines der größten Wirtschaftstreffen weltweit.

Wegen der Affäre um Khashoggi hatten im Vorfeld viele hochrangige Vertreter abgesagt.

▶︎ Dazu zählen US-Finanzminister Steven Mnuchin und die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde.

Auch Siemens-Chef Joe Kaeser, der Chef der Großbank HSBC, John Flint, die Vorstandschefs des Unterhaltungskonzern Viacom und des Fahrdienstleisters Uber sowie der britische Großinvestor Richard Branson bleiben dem dreitägigen Treffen fern.

Hat das Kanzleramt Kaeser zur Absage gedrängt?

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