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SO nimmt Macrons PolizeiDutzende Schüler fest

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Quelle: BILD/Twitter/Reuters
1:40 Min.

Schock-Bilder aus einer Schule in Frankreich!

Bilder, die an Konflikte in fernen Ländern erinnern, sich aber an der Schule „Antoine de Saint-Exupéry“ in Mantes-La-Jolie in Ile-de-France, der Region um Paris herum, zugetragen haben.

Bei einer Schüler-Demo griff die Polizei knallhart durch, zwang Schüler in die Knie, mit den Händen über dem Kopf, bis sie von Polizei-Lastwagen abgeführt wurden, einige mussten sich mit dem Gesicht zur Wand aufreihen. Der jüngste von ihnen soll zwölf Jahre alt sein. „Endlich eine Klasse mit ruhigen Schülern!“, hört man einen Polizisten dazu in einem Twitter-Video sagen.

Insgesamt kam es bei den Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und Polizei an dieser Schule zu 148 Festnahmen.

  • Bei Protesten in Frankreich

    Mehr als 700 Schüler festgenommen

    Mehr als 700 Schüler sind am Donnerstag bei den landesweiten Protesten in Frankreich vorübergehend festgenommen worden.

Zuvor sollen mehrere Autos und Mülltonnen in Brand gesetzt worden sein, Jugendliche seien mit Holz- und Eisenstangen bewaffnet gewesen, wie der Nachrichtensender BFMTV berichtete. Die Polizei teilte mit, es handele sich bei den so festgehaltenen Schülern um 26 „Anführer“ der Proteste.

Die Twitter-Seite „Violences Policières“ verbreitete die Bilder in einem Video, der Journalist Raphaeël Maillochon von BMFMTV bestätigte, die Szene miterlebt und ähnliche Bilder gedreht zu haben.

Je confirme avoir assisté et filmé une scène semblable ce jeudi à #MantesLaJolie. Dans un tweet précédent j’ai posté une photo de jeunes à genoux et mains sur la tête. Ils attendaient d’être menottés puis embarqués dans des fourgons de police. https://t.co/MpCXuKiu6y

— Raphaël MAILLOCHON (@Raph_journalist) December 6, 2018

Landesweit hatten am Freitag Schüler und Studenten gegen Reformen im Bildungsbereich demonstriert. Dabei äußerten sie ihren Unmut gegen geplante härtere Auswahlkriterien an Hochschulen und Kürzungen beim Lehrpersonal.

In fast 280 Schulen sei der Betrieb gestört, 45 davon seien vollständig blockiert worden, verlautete aus dem Innenministerium in Paris. Mehr als 700 Schüler seien vorläufig festgenommen worden.

Wenn der Bildungsminister nicht bald eine starke Antwort gebe, werde es Todesfälle geben, sagte der Präsident der Nationalen Schülerunion, Louis Boyard, dem Sender BFMTV.

Noch mehr Gewalt erwartet

Für diesen Samstag wurden 89 000 Polizisten und andere Ordnungskräfte mobilisiert, allein 8000 davon in Paris, wie Premierminister Édouard Philippe am Donnerstagabend im Fernsehsender TF1 sagte. „Das ist eine außergewöhnliche Mobilmachung“, resümierte der Premier. Zuvor war von lediglich 65 000 Polizei-Kräfte die Rede gewesen.

Innenminister Christophe Castaner sagte am Freitag: „Alles deutet darauf hin, dass radikale Elemente versuchen werden, sich zu mobilisieren.“

Dabei waren schon die letzten Wochen heftig von Gewalt begleitet: In Paris gab es Straßenschlachten mit der Polizei, Autos brannten, Geschäfte wurden geplündert, Schaufensterscheiben gingen Bruch und selbst nationale Monumente rund um den Triumphbogen wurden beschädigt. Es gab über 400 Festnahmen – ein seit Jahrzehnten nicht da gewesenes Niveau.

Vielerorts kam es zu Gewalt: In Städten wie Marseille und Bordeaux zündeten Demonstranten Mülltonnen und Autos an und lieferten sich Zusammenstöße mit der Polizei. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer übte scharfe Kritik an den Ausschreitungen.

Eiffelturm und Louvre für Touristen geschlossen

Die Proteste vermiesen nicht nur das Weihnachtsgeschäft der Boutiquen auf den Champs-Élysées, der Prachtstraße hat mit unter die teuersten Mieten weltweit, sondern wirken sich auch auf den Tourismus aus: Aus Furcht vor der Gewalt bleibt der Eiffelturm am Samstag geschlossen, ebenso das Louvre-Museum, das Ausstellungsgebäude Grand Palais und die Pariser Oper.

Die Proteste hatten Mitte vergangenen Monats begonnen. Die „Gelbwesten“ demonstrieren gegen geplante Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel, die von Staatschef Emmanuel Macron inzwischen für das kommende Jahr ausgesetzt wurden. Der Protest geht aber inzwischen wesentlich weiter – er richtet sich gegen die Reformpolitik der Philippe-Regierung und gegen den Präsidenten Macron. Viele Franzosen erwarten weitere Antworten des 40-Jährigen. Seit seiner Rückkehr vom G20-Gipfel am vergangenen Wochenende hatte er sich mit Äußerungen in der Öffentlichkeit deutlich zurückgehalten.

Macron äußert sich nächste Woche

Und Macron? Der will sich erst „Anfang kommender Woche“ zur Krise äußern. Vor den für Samstag geplanten erneuten Protestaktionen sei keine Stellungnahme Macrons geplant, um „kein Öl ins Feuer zu gießen“, sagte der Präsident der französischen Nationalversammlung, Richard Ferrand, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Eine Polizeigewerkschaft streikt – ab morgen

Unterdessen hat die Polizeigewerkschaft Vigi angekündigt, ab Samstag auf unbestimmte Zeit zu streiken. „Es ist an der Zeit, sich legal zu organisieren und sich mit ihnen (den Gelbwesten; Anm.) solidarisch zu sein“, hieß es in einer Erklärung der Gewerkschaft.

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