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Verzögerte Trumps Shutdown das Boeing-Update?

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Donald Trump (72) hat eine Entscheidung getroffen – und ausnahmsweise stimmten ihm alle zu. Er ordnete an, dass Boeings Todesflieger auch in den USA am Boden bleiben müssen.

Die Freude über den Zuspruch für das Machtwort des Commander-in-Chief könnte von nur kurzer Dauer sein. Denn in Washington wurden gleichzeitig Spekulationen laut, dass der von ihm provozierte Regierungsstopp mitverantwortlich für den Absturz der Ethiopian Airlines 302 (157 Tote) sein könnte …

Die Welt blickte mit Unverständnis auf die USA. Während die EU, Kanada und andere Länder kurz nach dem Crash vom Sonntag ihren Luftraum für Boeings 737 MAX 8 und 9 gesperrt hatten, durfte der neue Bestseller des US-Flugzeugherstellers weiterhin von den Flughäfen in New York, Miami oder L. A. abheben.

Dann griff der Präsident ein. „Ich will kein Risiko eingehen“, sagte er gestern zu Reportern über seine Entscheidung. „Die Sicherheit der amerikanischen Menschen, aller Menschen, ist unsere vorrangige Sorge.“

Dabei versuchte er, das Image der US-Ikone Boeing (153 000 US-Angestellte) nicht zu beschädigen. Er machte mehr die Psyche der Reisenden verantwortlich als die eigentliche Sicherheit der MAX-Jets. „Vielleicht hätten wir die Entscheidung gar nicht treffen müssen. Aber es war psychologisch wichtig“, sagte er.

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Unter Amerikas Reisenden herrschte einerseits Erleichterung, andererseits Sorge wegen gestrichener Flüge und eines chaotischen Wochenendes auf den Airports.

Und dann wurde auch schon wieder Kritik an dem Präsidenten laut. Das Magazin „Vanity Fair“ berichtete: „Trump hat die 737-MAX-Jets weiterfliegen lassen, nachdem er einen Anruf von Boeings Vorstandsboss bekommen hatte.“ Dennis Muilenburg (55) hatte ihm dabei versichert, dass er volles Vertrauen in die Sicherheit der Maschinen habe.

Das Magazin: „Muilenburg besuchte Trump kurz nach seinem Amtsantritt in dessen Club Mar-a-Lago in Palm Beach. Wochen später spendete Boeing eine Million Dollar an das Vereidigungs-Komitee des New Yorkers.“

Wollte Trump Boeing schützen?

Hatte der New Yorker also so lange gezögert, weil er Boeing und Muilenburg schützen wollte? Der Nachrichtensender CNN berichtet: „Trump hat eine enge Beziehung zu den Managern der Firma kultiviert.“ Zudem sei sein Interimsverteidigungsminister Patrick Shanahan (56) drei Jahrzehnte einer der Top-Manager bei Boeing gewesen.

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Der schwerste Vorwurf wurde jedoch im „Wall Street Journal“ erhoben. Schon nach dem Absturz der Lion Air 610 (189 Tote) vor fünf Monaten vor der Küste Indonesiens war ein ausgedehntes Software-Update des Flugkontrollsystems der Jets eingeleitet worden. Grund: Das sogenannte Maneuvering Characteristics Augmentation System (MCAS), das ein Überziehen der Maschinen verhindern soll, gilt als eine mögliche Absturzursachen von Lion Air 610. Der Flugzeughersteller arbeitete seit dem ersten Absturz einer 737 MAX 8 mit der US-Luftfahrtbehörde FAA an einem Fahrplan für das sehr teure Update. Eigentlich sollte es bereits Anfang Januar abgeschlossen sein. Doch dann kam laut „Wall Street Journal“ der von Trump provozierte längste Regierungsstopp (35 Tage zum Jahreswechsel 2018/19) in der Geschichte des Landes.

Folge: Die Arbeiten an der Software wurden um fünf Wochen verzögert, weil viele der FAA-Inspektoren zu Hause geblieben waren. Die Behörde hatte damals entschieden, dass die Verzögerung akzeptabel war, da Boeing beteuert hatte, dass es keine unmittelbar Sicherheitsgefahr gab.

Verzögerte also der Regierungsstopp das Boeing-Update?

Nun hat das Update, das Piloten bei Problemen mehr Kontrolle über die Maschinen gestattet, höchste Priorität. Es soll bis Mitte April abgeschlossen sein.

Auf Boeing warten derweil schwere Zeiten.

► Die Aktie verlor am Montag fünf und am Dienstag sechs Prozent, konnte sich am Mittwoch wieder stabilisieren.

► Die Norwegian Airlines, die die größte MAX-8-Flotte außerhalb der USA hat, kündigte bereits Schadensersatzforderungen an Boeing an. Andere Airlines dürften folgen.

► Sollte das MCAS System tatsächlich mit dem Absturz vom Sonntag in Zusammenhang gebracht werden, drohen Klagen von den Familien der Toten.

► Die Reputation des Flugzeugherstellers könnte schwer beschädigt werden. 


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