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Gefahr spitzt sich zu: Sechs Schüler von Lawine verschüttet – Chaos auf A9

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Sturmtief „Benjamin“ sorgt weiter für heftige Wetter-Kapriolen in Deutschland. Sturm und Schnee sorgen weiter für Winter-Chaos. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor extremem Schneefall.

  • Steht Deutschland im Januar 2019 ein Jahrhundert-Winter bevor?
  • Wintersturm „Benjamin“ sorgt für Wetter-Kapriolen in Deutschland 
  • An der deutschen Nord- und Ostseeküste werden Sturmfluten erwartet
  • Deutscher Wetterdienst warnt vor „unwetterartigen“ Mengen Schnee

22.59 Uhr: Dutzende Lastkraftwagen sind am Mittwochabend auf der glatten Autobahn A9 südlich des Hermsdorfer Kreuzes liegen geblieben. Wie ein Sprecher der Autobahnpolizei sagte, standen bis zu 50 Fahrzeuge gleichzeitig quer – und die Bergung sei schwer. „Teils kommen selbst die Räumfahrzeuge nicht hin“, sagte der Sprecher. Die Lkw-Fahrer, die bei Schneefall und Glätte an der Steigung ins Rutschen gekommen waren, müssten sich in Geduld üben. Auch Autofahrer sind betroffen: In Richtung München habe sich ein 16 Kilometer langer Stau bis nach Triptis gebildet. Helfer versorgen die Betroffenen mit warmen Getränken und Decken.

22.45 Uhr: Ein Mann hat beim Skifahren im Skigebiet Laterns-Gapfohl ein wichtiges Schild übersehen. Daraufhin musste er eine ganze Nacht lang alleine auf einem Berg verbringen und gegen die Kälte kämpfen.

20.02 Uhr: Sechs Schüler aus Deutschland sind in Österreich von einer Lawine erfasst und zum Teil verschüttet worden. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, überlebten alle den Vorfall nahezu unverletzt. Am Brocken waren 60 Menschen stundenlang in einem Zug gefangen. Die Schneemassen machten ein Entkommen unmöglich.

16.10 Uhr: Die Lawinenlage in Österreich hat sich im Verlauf des Mittwoch weiter zugespitzt. Immer mehr Orte sind aufgrund der sehr großen Lawinengefahr nicht mehr erreichbar – darunter auch der Ort Galtür in Tirol. Im Februar 1999 waren dort durch eine Lawinenkatastrophe 31 Menschen gestorben. Die Gemeinde hat nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA die Paznauntalstraße (B188) zwischen Mathon und Galtür wegen Lawinengefahr in beide Richtungen gesperrt.

Ebenfalls nicht mehr erreichbar waren am Mittwoch die bei Skitouristen beliebten Orte Lech, Zürs und Stuben im Bundesland Vorarlberg sowie Obertauern in Salzburg. In vier österreichischen Bundesländern gilt derzeit in manchen Regionen die höchste Lawinenwarnstufe fünf.

In Tirol waren zeitweise rund 1000 Haushalte ohne Strom, in Niederösterreich 270, im Bundesland Salzburg rund 350. Besonders hart getroffen hat es dabei rund 60 Haushalte auf dem Rengerberg in der Gemeinde Bad Vigaun unweit der deutsch-österreichischen Grenze, die seit bereits vier Tagen ohne Stromversorgung auskommen müssen. Die Straße auf den Rengerberg ist aufgrund des hohen Schneedrucks auf den Bäumen und der hohen Lawinengefahr gesperrt.

ÖBB veröffentlicht Video – hier wird eine Gams aus dem Schnee gerettet

15.55 Uhr: Vor allem Österreich und die bayerischen Alpen haben mit den Schneemassen zu kämpfen, viele Züge werden durch den stetig wachsenden Neuschnee behindert. Bei Schneeräumungsarbeiten auf einer gesperrten Bahnstrecke im steirischen Nationalpark Gesäuse entdeckten die Mitarbeiter nun jedoch eine im Schnee versunkene Gams. Auf dem von der ÖBB ins Netz gestelltem Video sind lediglich die Hörner des Tiers zu sehen. Nach und nach graben die Arbeiter das hilflose Tier aus. 

Die gerettete Gams kann sich zum Schluss des Videos wieder auf ihre Beine stellen und davonhüpfen, in ihrer Panik allerdings erneut in den Tiefschnee. 

Zug bleibt stecken – Schnee behindert Harzer Schmalspurbahn

13.55 Uhr: Keine Entwarnung für die Menschen in den Alpen: Bis in die Nacht zu Freitag wird es nach Angaben des Deutschen Wetterdienst (DWD) dort nahezu ununterbrochen schneien. Auch im Erzgebirge ist weiterhin mit Non-Stop-Schneefall zu rechnen, wie DWD-Meteorologen am Mittwoch vorhersagten. In tieferen Lagen bleibe es dagegen bei nasskaltem Wetter.

13.21 Uhr: Eine besonders böse Überraschung erlebten am Dienstag rund 60 Menschen in einer Harzer Schmalspurbahn. Mit einer Lok wollten die Passagiere auf den Brocken fahren. Am Nachmittag blieb die Bahn dann mitten auf der Strecke im Schnee stecken. Wie Spezialisten auch am Mittwoch noch versuchten die Zugmaschine und drei Waggons zu befreien, lesen Sie hier. 

Nach Neuschnee: Lawinenwarnstufe für Salzburg und Bayern aktualisiert

11.34 Uhr: Das österreichische Bundesland Salzburg hat auf die erneuten Schneefälle reagiert und die Lawinenwarnstufe erhöht. Ab Mittwochnachmittag gilt in weiten Teilen des Landes die höchste Warnstufe, wie der Lawinenwarndienst des Landes mitteilte. Dem nächtlichen Sturm folgte demnach viel Neuschnee. Bis Mittwochabend werden laut Lawinenwarndienst rund 60 bis 80 Zentimeter Schnee in den Nordalpen, der Osterhorngruppe und in den Hohen Tauern dazukommen.

Die Experten warnen vor zahlreichen Locker- und Staublawinen sowie Schneebrettern. In den Nordalpen sei ab 2.200 Meter Seehöhe mitunter mit einzelnen, extrem großen Abgängen zu rechnen. Von Aktivitäten abseits der gesicherten Pisten wird dringend abgeraten. Und auch in den bayerischen Alpen gilt nun die zweithöchste Lawinenwarnstufe. 

Lesen Sie hier alle Informationen zum Schneechaos und dem Wetter in Bayern in unserem Ticker. 

11.10 Uhr: Wegen einer Sturmflut sind einige Straßen der Lübecker Altstadt überflutet. Betroffen seien insbesondere die Bereiche Obertrave und Bauhof, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Mittwoch. Der Pegelstand habe um 9.00 Uhr um 1,13 Meter über dem mittleren Wasserstand gelegen. 

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) prognostizierte in der Lübecker Bucht im Laufe des Tages Pegelstände von bis zu 1,40 Metern über dem mittleren Wasserstand. Die Bewohner der gefährdeten Gebiete seien gewarnt worden.

Großflächiger Stromausfall – Sturm beschädigt vermutlich Hochspannungsleitung

09.40 Uhr: Im gesamten Versorgungsgebiet der Stadtwerke Flensburg ist am Mittwochmorgen teilweise großflächig der Strom ausgefallen. Nach Angaben der Stadtwerke waren vor allem das Flensburger Stadtgebiet, Glücksburg und Harrislee betroffen. Das größte Krankenhaus in der Region war in der Dunkelheit am frühen Morgen einer der wenigen hellen Punkte.

Ursache sei der Ausfall einer Höchstspannungsleitung in Dänemark, sagte Stadtwerkesprecher Peer Holdensen. Es sollte eine weitere Anlage hochgefahren werden, um die Stromversorgung wieder herzustellen. Warum die Höchstspannungsleitung ausgefallen ist, war zunächst unklar. Möglicherweise war sie durch den Sturm beschädigt worden.

Lesen Sie auch: Noch immer herrscht in vielen Ski-Gebieten akute Lawinengefahr. Ein 32 Jahre alter Lehrer überlebte zunächst eine erste Lawine, dann wurde er von einer weiteren überrollt. Seine Freundin musste alles mit ansehen. 

Ein weiterer Lehrer verunglückte bei einem Skiunfall vor den Augen seiner Schüler. Er stürzte von der Piste, für ihn kam ebenfalls jede Hilfe zu spät. 

Sturmtief „Benjamin“: Ostsee bereitet sich auf Sturmflut vor  

Update vom 9. Januar, 6.59 Uhr: Der Seewetterdienst Hamburg hat am frühen Mittwochmorgen eine Starkwind-Warnung für die Ostseeküste herausgegeben, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Auch nordbuzz.de* berichtet darüber.  Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erwartet demnach bis zum Mittag Pegelstände von bis zu 1,30 Metern über dem mittleren Wasserstand.

An der See ist laut dem Deutschen Wetterdienst am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern in der Stunde (8 Beaufort) zu rechnen. In exponierten Lagen sind schwere Sturmböen um 90 Kilometer pro Stunde (10 Beaufort) zu erwarten.

Schnee und Eis sorgen dagegen im Süden Deutschlands weiter für Winter-Chaos.

Warnstufe rot – Deutscher Wetterdienst warnt vor Sturmböen und extremen Schneefall

Update vom 8. Januar, 19.31 Uhr: Schneefrei in bayerischen Schulen, Sturmflut an der Nordsee – das Wetter in Deutschland bietet Extreme und bleibt ungemütlich. Schuld ist das Tief „Benjamin“. Es brachte am Dienstag im Nordwesten Schauer mit sich. Teils anhaltende Schneefälle kamen im Erzgebirge, im Bayerischen Wald und in den Alpen nieder. Zugleich fegten Sturmböen über weite Teile Deutschlands. Am Mittwoch soll es ab einer Höhe von 500 bis 700 Metern zeitweise schneien.

Spitzenreiter bei den Windgeschwindigkeiten im Norden war bis zum Nachmittag die ostfriesische Insel Spiekeroog in Niedersachsen mit Orkanböen von 119 km/h (12 Beaufort). Verletzte oder größere Schäden wurden in Norddeutschland zunächst allerdings nicht gemeldet.

Zwischen dem nordfriesischen Schlüttsiel und den Halligen stellte die zuständige Reederei am Dienstag den Schiffsverkehr ein. Der Verkehr zwischen Cuxhaven und der Hochseeinsel Helgoland wurde ebenfalls eingestellt.

Sturmtief „Benjamin“ wütet über deutschen Küsten: Sturmflut erreicht Norden

Update vom 8. Januar 2018, 18.32 Uhr: Sturmtief „Benjamin“ ist am Dienstag zum Teil mit Orkanböen über Norddeutschland gefegt. Größere Schäden blieben bis zum frühen Abend aber aus. In Hamburg wurden Teile des Fischmarkts überspült. In Travemünde drückte der Wind eine Fähre gegen den Anleger. Das Schiff wurde am Rumpf durchlöchert. Ansonsten kippten vereinzelt Bäume um. Verletzte oder größere Schäden wurden zunächst nicht gemeldet. Kurz nach 17.00 Uhr lag der Pegelstand nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) bei 1,88 Meter über dem mittleren Hochwasser.

Gegen Mittag erreichte die Sturmflut die Hochseeinsel Helgoland. Manche Fährverbindung zu anderen Inseln wurden eingestellt.

Wetter in Deutschland: Extremer Schneefall am Mittwoch

Sehnsüchtig haben sich viele ein bisschen Schnee an Weihnachten gewünscht. Nun ist er da, und wie. Bayern versinkt in der weißen Pracht. Doch es wird noch mehr. Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für die kommenden Tage eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben: Bis zum Wochenende fallen an den Alpen bis zu 90 Zentimeter Neuschnee. Auch im Erzgebirge warnen die Meteorologen vor „andauernde Schneefälle mit unwetterartigen Mengen“. Außerdem wird vor Schneeverwehungen auch im Bayerischen Wald gewarnt.

Straßen und Schienenwege können stellenweise unpassierbar sein, warnt der DWD. Bäume können unter der Schneelast zusammenbrechen. Autofahrten sollten vermieden werden. 

Der Sturmtief „Benjamin“ zieht von der Ostsee nach Polen und hat einiges im Gepäck. Verbreitet herrscht ein mäßiger bis frischer Nordwestwind mit einzelnen starken Böen. An der Nordsee und im höheren Bergland ist mit schweren Sturmböen zu rechnen. 

In der Nacht zum Mittwoch sinkt die Schneefallgrenze weiter ab. 

Schneefall Vorhersage bis Freitag

Alpen

90 cm

Erzgebirge

35-70 cm

Schwarzwald

Bayerwald

Lesen Sie auch: Ein Landkreis in Bayern rief am Montag den Katastrophenfall aus. Die Lage in Süden Deutschlands spitzt sich zu. Alle Infos zur Wetter-Lage in Bayern finden Sie hier bei Merkur.de*

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*Merkur.de und nordbuzz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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