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Trump: „Gott segne dieHelden des D-Day“

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Westliche Alliierte gedenken der größten historischen Schlacht an der Normandie-Küste

Quelle: BILD
6:41 Min.

Große Feier zur ganz großen Befreiung der Welt von der Nazi-Barbarei!

Am 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie haben US-Präsident Donald Trump und der französische Präsident Emmanuel Macron den früheren Soldaten für ihren Mut im Kampf gegen Hitler-Deutschland gedankt.

Beide Staatschefs applaudierten rund 160 Veteranen, die am Donnerstag zu der zentralen Gedenkfeier in dem Ort Colleville-sur-Mer gekommen waren. Sie schüttelten zahlreichen der hochbetagten Männern die Hände, die zum Teil in Rollstühlen an der Zeremonie teilnahmen.

Viele der Veteranen kämpften während und am Schluss der Zeremonie mit den Tränen, als Trump sagte: „Gott segne die Helden des D-Day“.

  • D-Day-Gedenken

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    Heute vor 75 Jahren landeten alliierte Soldaten in Nordfrankreich. In BILD erinnern sich Veteranen an diesen längsten Tag des Krieges.

  • Kommentar zum D-Day

    Warum dieser Tag noch immer so wichtig ist

    Das freie Europa feiert heute Geburtstag. Es ist ein Geburtstag, den Tausende Männer mit ihrem Leben bezahlten.

Trump: „Überleben der Zivilisation gesichert“

Zehntausende Männer hätten an der französischen Küste ihr Blut vergossen, „Tausende haben ihr Leben geopfert – für ihre Brüder, für ihre Länder und für das Überleben der Freiheit, sagte Trump auf dem US-Militärfriedhof Colleville-sur-Mer bei Bayeux.

Die Soldaten damals hätten nicht nur eine Schlacht oder einen Krieg gewonnen, sondern „das Überleben der Zivilisation“ gesichert. „Sie haben unsere Lebensweise für viele Jahrhunderte verteidigt.“

„Sie haben diesen Boden für die Zivilisation zurückgewonnen“, sagte der US-Präsident.

„Was wäre gewesen, wenn die Nazis gewonnen hätten?“, fragte Trump.

„Hier ist nicht nur ein Krieg gewonnen worden, hier ist die Zukunft gewonnen worden“, sagt er. Die D-Day-Veteranen gehörten zu den „absolut größten Amerikanern, die jemals leben werden“, seien der „Stolz unserer Nation“, so der US-Präsident.

„Eure Legende wird niemals erlöschen,“ sagte Trump und umarmte Frankreichs Präsident Macron und mehrere Veteranen.

Macron: „Wir wissen, was wir Amerika schuldig sind“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor in seiner Rede die Verbundenheit seines Landes mit den USA beschworen.

„Im Namen meiner Nation möchte ich einfach nur ‚Danke‘ sagen“, sagte der französische Präsident in seiner Rede – auf Englisch. „Wir wissen, was wir Amerika schuldig sind“, sagte Macron.

„Amerika, lieber Präsident Trump, ist immer dann am größten, wenn es für die Freiheit der anderen gekämpft hat“, sagte Macron. „Wir dürfen niemals aufhören, das Bündnis der freien Völker mit Leben zu erfüllen“, so der französische Präsident weiter.

Macron erinnerte an die Opfer zehntausender Soldaten, die am 6. Juni 1944 in der Normandie an Land gegangen waren. Daraus ergebe sich eine Erbschaft des Friedens, die bewahrt werden müsse. Er erinnerte an die „Allianz der freien Völker“, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Vereinten Nationen (UN) und die Nato gegründet hatten.

Macron rief die USA auf, dem Geist des D-Day gerecht zu werden. „Wir dürfen niemals aufhören, die Allianz der freien Völker am Leben zu halten“, sagte er. Trump erwiderte: „Unsere Verbindung ist unverwüstlich.“

Dann ernannte Macron fünf Veteranen zu Rittern der französischen Ehrenlegion.

Nach den Reden begaben sich die Präsidenten und ihre Frauen zu einer Aussichtsplattform auf das Meer. Kanonenschüsse wurden zum Gedenken an die größte Landungsoperation der Militärgeschichte abgefeuert, dann gab es Flugzeugformationen mit Fliegern aus der Zeit der Normandie-Landung im Himmel.

In Colleville gibt es 9380 amerikanische Soldatengräber. Von dem Areal aus kann man auf dem US-Landungsbereich Omaha Beach blicken, wo es am 6. Juni 1944 harte und verlustreiche Kämpfe gab.

Trump offen für Gespräche mit dem Iran

Im Anschluss sprachen Trump und Macron über den Iran, dabei zeigte Trump sich offen für Gespräche mit Teheran. „Ich verstehe, dass sie reden wollen, und wenn sie reden wollen, ist das gut“, sagte Trump. „Wir werden reden, aber eine Sache, die sie nicht haben können, sind Atomwaffen.“

Als er US-Präsident geworden sei, sei der Iran ein „unangefochtener Terrorstaat“ gewesen, sagte Trump weiter. Zuletzt hätten solche Aktivitäten aber nachgelassen. „Sie machen das nicht mehr. Sie schneiden als Nation schlecht ab, sie scheitern als Nation“, sagte Trump mit Blick auf die Auswirkungen der US-Sanktionen auf die iranische Wirtschaft. Das bedauere er und man könne das schnell umkehren. Macron begrüßte Trumps Gesprächsbereitschaft.

Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei hatte Trump zuletzt allerdings scharf kritisiert: „Wenn eine solche Person Präsident ist, zeigt das den politischen und moralischen Verfall dieses Landes.“

Briten gedachten ihren Helden

Am Vormittag hatten auch die Briten ihrer Helden gedacht: In Anwesenheit von Prince Charles wurde ein Gottesdienst in der Kathedrale von Bayeux abgehalten. Die britische Premierministerin Theresa May eröffnete an der Seite von Macron eine britische Gedenkstätte in Ver-sur-Mer.

Es sei unglaublich bewegend, an diesem Ort zu sein, sagte die scheidende Premierministerin May. „Hier in der Normandie erinnern wir uns für immer an ihren Mut, ihr Engagement und ihre Entschlossenheit“, sagte May über die Soldaten. Es sei „fast unmöglich, den wild entschlossenen Mut zu begreifen“, der für die Landung nötig gewesen sei, sagte sie.

Macron betonte das enge Band zwischen Frankreich und Großbritannien: „Wir werden immer zusammenstehen, denn uns verbindet ein gemeinsames Schicksal“, sagte der Präsident. Die französische und die englische Hymne erklangen, Dudelsäcke spielten.

Befreiung Europas begann an diesem Juni-Morgen

Der sogenannte D-Day! Er markiert den Auftakt der Befreiung Europas vom nationalsozialistischen Deutschland von Westen her und den Beginn des Siegeszugs einer demokratischen Bewegung in aller Welt. Er steht aber auch für ein unmenschliches Blutvergießen, Zehntausende Tote und Verwundete.

  • Die Chronologie des D-Day

    Als Hitler schlief

    Am 6. Juni um 5 Uhr morgens landet eine gigantische Armada der Alliierten in der Normandie. Der Führer wurde erst um 10 Uhr geweckt.

Vor einem Dreiviertel-Jahrhundert waren Zehntausende Soldaten von der britischen Küste aus in Richtung Frankreich aufgebrochen, um das besetzte Land von der Nazi-Dikatur zu befreien.

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