Politik

Eklat beim Gipfel im Bade-Paradies

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Meer, Sonne, Palmen, doch dieser gemeinsame EU-Gipfel mit der Arabischen Liga im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich ist ein bizarres Treffen der Gemeinschaft: Europa am Konferenztisch mit Despoten, Emiren, Königen und windigen Herrschern!

Und am Ende gab auch noch einen handfesten Eklat auf offener Bühne!

Bei der Abschlusspressekonferenz fühlten sich plötzlich die Gastgeber brüskiert.

Auf die Frage eines Journalisten, ob sich Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi bewusst sei, dass die EU mit der Menschenrechtslage in seinem Land nicht einverstanden sei, ergriff der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Abul Ghait, das Wort. „Nicht einer der Anwesenden“ habe Unzufriedenheit mit der Menschenrechtslage ausgedrückt, sagte er.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker musste sich danach das Wort erkämpfen, um klarzustellen, dass dies sehr wohl der Fall gewesen sei. „Einen Moment“, rief Juncker. „Es stimmt nicht, dass wir nicht über Menschenrechte gesprochen haben.“ Er selbst habe das Problem bereits in seinem ersten Redebeitrag erwähnt. RUMMS!

Al-Sisi rechtfertigte seine Politik mit Terrorakten im Land. Für Europa sei es das Wichtigste, Wohlstand zu schaffen, sagte er. Für sein Land habe hingegen Vorrang, einen Kollaps wie in anderen Staaten der Region zu verhindern. Schon ein einziger Terrorakt könne etwa den für den Tourismus wichtigen Badeort Scharm el Scheich in eine Geisterstadt verwandeln. Al-Sisi hatte die EU bereits zu Beginn des Treffens aufgerufen, den Kampf gegen den Terror zu verstärken.

  • Merkel beim Böse-Buben-Gipfel

    Nur die schlimmsten Despoten ausgeladen

    Beim ersten gemeinsamen Gipfel der EU und der Arabischen Liga im ägyptischen Scharm el-Scheich geht es um Machtpolitik pur.

Protz-Parade der Regenten

Als die schwer erkältete Kanzlerin Angela Merkel am Sonntagabend mit ihrem neuen Airbus A321-200 im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich am Roten Meer eintraf, war die Protz-Parade der anderen Regenten schon sauber aufgereiht: Learjets, bullige Großraumflieger mit goldenen Hoheitszeichen. Man zeigt, was man hat, ganz gleich, wie es den Menschen zu Hause geht.

22 arabische Staaten sind beim ersten Gipfel der Regierungschefs von Arabischer Liga und EU vertreten und fast alle Europäer haben ihre Premiers und Präsidenten geschickt. Nur Frankreichs Präsident Macron kümmert sich lieber um die Proteste zu Hause, in Spanien ist Wahlkampf, aus Lettland und Litauen sind die Außenminister dabei.

Peinlicher Moment für Juncker

Wenn in der Pressekonferenz die eigene Frau anruft …

Quelle: BILD/Reuters
1:58 Min.

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