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Saudi-Arabien will diesen Jungen köpfen und kreuzigen

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Als Zehnjähriger nahm Murtaja Qureiris in Saudi-Arabien an einer Fahrrad-Demo von rund 30 Kindern teil, rief in ein Megafon: „Die Leute wollen Menschenrechte.“ Auch danach engagierte er sich, wurde dann mit 13 Jahren verhaftet und sitzt seither in Haft. Inzwischen ist er 18.

Jetzt soll dieser Teenager das nächste Opfer des Blut-Regimes von Horror-Scheich Mohammed Bin Salman (33) werden.

Im Augenblick wird ihm der Prozess gemacht. Die Anklage sagt, er sei Mitglied einer Terror-Gruppe.

Dafür soll Murtaja laut dem US-Sender CNN nun hingerichtet werden – und zwar auf die brutalst mögliche Weise: Die Staatsanwaltschaft verlangt, dass er gekreuzigt wird, nachdem ihm zuvor mit einem Schwert der Kopf abgeschlagen wurde.

Der Grund für die besonders grausame Strafe: „Aufwiegelung zum Aufruhr“. Darauf steht in Saudi-Arabien die Zurschaustellung des verstümmelten Körpers nach der Hinrichtung.

Mindestens 15 Monate saß Murtaja CNN zufolge bisher in Einzelhaft. Die Anklage gegen ihn basiert auf einem Geständnis, das ihm unter Folter abgepresst worden sein soll.

Unter anderem soll er zugegeben haben, bei Protesten auf Sicherheitsbeamte geschossen zu haben. Einmal habe er seinem Bruder beim Bau eines Molotowcocktails geholfen.

Saudi-Arabien unterstellt Teilnehmern von Demonstrationen regelmäßig Gewalt. Aktivisten beschreiben die Proteste während des Arabischen Frühlings 2011 hingegen als friedlich. Brutale Gewalt sei von der Polizei ausgegangen.

2016 befasste sich eine UN-Arbeitsgruppe mutmaßlich mit Murtajas Fall. Besprochen wurde damals das Schicksal eines Kindes, das dasselbe Geburtsdatum wie er hat, außerdem am selben Tag und Ort wie er festgenommen wurde. Die Arbeitsgruppe hielt CNN zufolge fest, dieses Kind sei wahrscheinlich im Zusammenhang mit „der Teilnahme an friedlichen Demonstrationen“ festgenommen und dann gefoltert worden.

Auch Videoaufnahmen, die CNN veröffentlichte, zeigen keinerlei Gewalt vonseiten der Demonstranten. Man sieht Murtaja in Flipflops auf dem Rad, bei anderer Gelegenheit lächelnd neben seinem Vater, der eine Rede hält.

Murtajas Familie wird dem Bericht zufolge ebenfalls verfolgt. Ein Bruder wurde 2011 bei einer Demonstration getötet. Ein anderer Bruder sitze ebenso wie sein Vater in Haft.

  • Mit 16 rief er zu Demos auf

    Saudi wegen WhatsApp-Nachricht geköpft

    Abdulkaarem al-Hawaj wurde wegen einer WhatsApp-Nachricht geköpft, die er als 16-Jähriger schrieb.

  • Saudi-Arabien

    Fünf Männer wegen Homosexualität geköpft

    Unter den 37 Männern, die am Dienstag in Saudi-Arabien hingerichtet wurden, sollen auch fünf Schwule gewesen sein.

▶︎ Allein in diesem Jahr wurden bereits Dutzende Menschen in Saudi-Arabien geköpft. 37 an nur einem Tag im April. Auch unter ihnen waren viele, die vorher laut Menschenrechtsorganisationen gefoltert wurden.

Als sein vermeintliches Geständnis vor Gericht verlesen wurde, rief etwa Munir al-Adam, der in Haft so übel verprügelt wurde, dass er auf einem Ohr das Gehör verlor: „Das sind nicht meine Worte. Das ist eine Diffamierung, die der Beamte, der mich verhörte, selber geschrieben hat.“

Er wurde trotzdem zum Tode verurteilt und hingerichtet. Auch Munir war als Minderjähriger festgenommen worden.

„Sie ist eine fiese, rachsüchtige und schreckliche Person“

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